Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun ist es Realität geworden: Thomas Cook-Tochter Condor kündigt die Vertiebskooperation mit Laudamotion zum 30. April auf. Der Einstieg von Condor-Konkurrent Ryanair wird in Branchenkreisen als Grund angesehen. Offiziell bestätigt wurde dies aber natürlich nicht. Für diverse Veranstalter und Pauschalreisende könnte dieser Schritt indes Unannehmlichkeiten bedeuten.

Bereits vergangene Woche hieß es, dass es Ärger zwischen Thomas Cook und Niki Lauda gibt. Seitens Thomas Cook verlautete es, dass man Laudamotion-Flüge sperren wolle und nach Alternativen für die Passagiere suchen werde. Begründet wurde dieser Schritt mit einem Zweifel an der personellen Leistungsfähigkeit von Niki Laudas Airline. Man wolle aber „die Beförderung der Gäste jederzeit gewährleisten zu können“, hieß es.

Condor kündigt Partnerschaft zum 30. April

Nun kündigt Condor die komplette Vertriebskooperation mit Laudamotion. Nur noch bis 30. April soll die Partnerschaft mit Niki Lauda gehen, danach ist Schluss. „Im Interesse unserer Kunden werden wir die Vertriebskooperation noch bis zum Ende des Monats fortsetzen“, sagt Christoph Debus, Chief Airline Officer der Thomas Cook Group für Condor. Kunden von Condor und Thomas Cook, die bereits einen späteren Laudamotion-Flug gebucht haben, werden in den kommenden Tagen direkt kontaktiert. „Um das weitere Vorgehen zu besprechen“, wie es heißt.

Veranstalter müssen Pauschalreisen umbuchen

Problematisch gestaltet sich das Ende der Partnerschaft auf für diverse andere Veranstalter und deren Kunden. So müssen zum Beispiel Schauinsland und DER-Touristik für Pauschalreisende Flüge umbuchen, neue Transfers organisieren und im schlimmsten Fall auch neue Hotelbuchungen vornehmen. Nicht jedem Kunden dürfte dies gelegen kommen. Betroffen sind vor allem Reisende von den Flughäfen Frankfurt, Köln, Stuttgart, Düsseldorf, Zürich, Basel und Wien.

Condor hatte von der Laudamotion ingesamt 5 Maschinen als Vollcharter übernommen. Anfang März hieß es sogar noch, man wolle auf acht Flieger erhöhen. Doch dann kam der überraschende Einstieg der Ryanair bei Laudamotion. Dadurch werden die Iren natürlich zum großen Konkurrenten des Ferienfliegers auf dem deutschen Markt. Dass die Cook-Tochter deshalb Konsequenzen zieht, überrascht nicht wirklich.